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Google Ads automatische Angebote: Was sich ab 12. Oktober ändert und wie du deine Marge schützt

Imp bedient eine Rabatt-Presse, die Produkte automatisch mit Preisschildern versieht

Ab dem 12. Oktober 2026 entscheidet Google Ads in berechtigten Konten selbst, welcher Rabatt von deiner Website in deiner Anzeige landet. Die Funktion heißt „Automatische Angebote“, ist standardmäßig aktiv und kündigt sich mit genau sieben Tagen Vorlauf an. Wer seine Marge über Preisdisziplin schützt, sollte diese Woche ins Konto schauen.

Google Ads zieht ab dem 12. Oktober 2026 automatisch Rabatte und Gutscheine von deinen Landingpages und hängt sie als Angebots-Assets an Such- und Performance-Max-Kampagnen mit Standort-Assets, die noch keine eigenen Angebots-Assets haben. Die Funktion ist voreingestellt aktiv und lässt sich nur auf Kontoebene unter „Automatisch erstellte Assets auf Kontoebene“ → „Erweiterte Einstellungen“ → „Automatische Angebote“ abschalten. Ob du sie nutzt, solltest du an deiner Marge pro Conversion entscheiden, nicht an der Klickrate.

Was sich bei den automatischen Angeboten in Google Ads genau ändert

Am 5. Oktober 2026 berichtete Search Engine Roundtable über eine E-Mail, die Google an einige Werbetreibende verschickt hat. Darin heißt es, Google Ads werde ab dem 12. Oktober 2026 hochwertige Angebote wie Gutscheine und Deals automatisch auf deiner Website erkennen, extrahieren und direkt in deine Kampagnen übernehmen, ohne dass du etwas einrichten musst. PPC Land bestätigte die Meldung einen Tag später und ordnete sie ein.

Neu ist die Funktion selbst nicht. Google hatte die Hilfeseite „Automatische Angebote“ bereits Anfang September veröffentlicht. Neu ist die Ansage: Ab dem Stichtag wird die Funktion für berechtigte Kampagnen automatisch aktiv. Die Logik laut offizieller Hilfeseite: Google findet auf deinen Landingpages ein Angebot, etwa „20 % Rabatt auf schwarze Pullover“ oder „2 zum Preis von 1“, baut daraus ein Angebots-Asset und blendet es unter der Anzeige ein.

Wichtig für die Einordnung: Google führt die Funktion als eines von mehreren automatisch erstellten Assets auf Kontoebene, neben dynamischen Sitelinks, dynamischen Callouts, Verkäuferbewertungen oder dynamischen Bild-Assets. Die übergeordnete Hilfeseite beschreibt sie als KI-gestützte Funktion, die Deals und Angebote von deiner Website „und anderen Quellen“ findet. Welche anderen Quellen das sind, sagt Google nicht.

Wer betroffen ist und wer nicht

Die Bedingungen sind eng, und genau das macht die Prüfung einfach. Berechtigt sind laut Hilfeseite nur aktive Such- oder Performance-Max-Kampagnen mit verknüpften Standort-Assets, auf denen aktuell keine manuell angelegten Angebote laufen. Außerdem müssen die üblichen Werberichtlinien eingehalten sein.

Daraus ergibt sich ein klares Bild. Ein reiner SaaS-Anbieter oder B2B-Dienstleister ohne Standort-Assets ist nach heutigem Stand nicht betroffen. Betroffen sind vor allem Onlineshops mit Filialen, Filialisten und Mittelständler mit mehreren Standorten, Franchise-Systeme sowie lokale Ketten, die über Performance Max auch Ladenbesuche bewerben. Gerade dort hängen oft viele Kampagnen an einem verknüpften Unternehmensprofil, und damit ist potenziell das ganze Konto im Spiel.

Die zweite Bedingung ist dein Hebel: Kampagnen mit eigenen, manuell gepflegten Angeboten werden übersprungen. Wer Rabatte ohnehin aktiv über Angebots-Assets steuert, verliert also nicht die Kontrolle.

Die Risiken für Marge, Preisstrategie und Marke

Das erste Risiko ist die Marge. Ein sichtbarer Rabatt in der Anzeige verbessert oft die Klickrate, aber er senkt den Deckungsbeitrag jeder Bestellung, die auch ohne Rabatt gekommen wäre. In einer Kampagne auf Markenbegriffe oder mit vielen Bestandskunden kann ein Rabatt mehr Marge vernichten, als er an zusätzlichen Käufen bringt.

Das zweite Risiko ist die Preisstrategie. Viele Websites zeigen Angebote, die nicht für alle gedacht sind: Neukunden-Codes, Rabatte für Newsletter-Abonnenten, Partneraktionen oder Staffelpreise ab einer Mindestmenge. Die Hilfeseite sagt nicht, welche Bedingungen Google beim Extrahieren übernimmt. Wenn eine Einschränkung in der Anzeige fehlt, siehst du das erst im Konto, nachdem das Asset bereits ausgespielt wurde.

Das dritte Risiko ist die Marke. Wer sich bewusst über Qualität, Service oder Beratung positioniert, will nicht in jeder Suchanzeige mit einem Prozentzeichen auftreten. Ein dauerhaft sichtbarer Rabatt trainiert Kunden darauf, auf den nächsten Rabatt zu warten.

Ein Punkt spricht für Googles Umsetzung: Jedes automatische Angebot läuft laut Hilfeseite weniger als 24 Stunden und wird nur verlängert, wenn Google das Angebot weiterhin sichtbar auf deiner Website findet. Abgelaufene Aktionen sollten also nicht wochenlang weiterlaufen. Für deine Steuerung heißt das aber auch: Was auf der Seite steht, kann morgen in der Anzeige stehen.

So prüfst du dein Konto und schaltest die Funktion ab

Die folgenden Schritte stammen aus den offiziellen Google-Ads-Hilfeseiten zu automatischen Angeboten und zu automatisch erstellten Assets auf Kontoebene.

  1. Betroffenheit klären: Prüfe, welche Such- und Performance-Max-Kampagnen Standort-Assets nutzen und ob dort bereits manuelle Angebots-Assets laufen.
  2. Status prüfen: Öffne im Menü „Kampagnen“ den Bereich „Assets“. Wähle rechts über das Dreipunkt-Menü „Automatisch erstellte Assets auf Kontoebene“, dann erneut über das Dreipunkt-Menü „Erweiterte Einstellungen“. Dort steht „Automatische Angebote“ auf „An (empfohlen)“ oder „Aus“.
  3. Abschalten, falls gewünscht: Setze „Automatische Angebote“ auf „Aus“, wähle einen Grund und speichere. Die Einstellung gilt für das gesamte Konto, eine Steuerung pro Kampagne beschreibt Google nicht.
  4. Gezielt ausnehmen statt global abschalten: Hinterlege in Kampagnen, in denen du keinen automatisch gezogenen Rabatt willst, ein eigenes Angebots-Asset. Laut Hilfeseite werden diese Kampagnen übersprungen.
  5. Ausgespielte Angebote finden: Filtere unter „Assets“ nach dem Asset-Typ für Angebote. Automatische Angebote erkennst du in der Spalte „Hinzugefügt von“ an der Kennzeichnung „Google AI“.
  6. Website aufräumen: Prüfe, welche Angebote auf deinen Landingpages öffentlich sichtbar sind. Google rät selbst, Angebotsdetails auf der Website aktuell zu halten oder für exakte Kontrolle Angebote manuell hochzuladen.

Eine Einschränkung laut PPC Land: Assets ohne Impressionen tauchen im Bericht nicht auf. Ein Angebot, das nie ausgespielt wurde, hinterlässt also keine Spur. Für die Prüfung zählt deshalb vor allem, was auf deiner Website steht.

Wann du automatische Angebote bewusst nutzen solltest

Abschalten ist nicht automatisch die richtige Antwort. Die Funktion passt gut, wenn du regelmäßig öffentliche Aktionen fährst, deine Rabatte sauber kalkuliert sind und das Pflegen manueller Angebots-Assets im Alltag untergeht. Ein Onlineshop mit Filialen, der saisonale Aktionen ohnehin auf der Startseite bewirbt, bekommt sie so ohne Zusatzaufwand in die Anzeige.

Ungeeignet ist sie, wenn deine Website Angebote mit Bedingungen zeigt, wenn du Preise mit Händlern oder Herstellern abstimmen musst oder wenn deine Kampagnen stark auf Bestandskunden und Markensuchen laufen. Die Entscheidung gehört deshalb nicht allein ins Performance-Team, sondern an den Tisch mit Vertrieb und Geschäftsführung.

Wirkung messen: Klickrate ist die falsche Kennzahl

Google empfiehlt, Kampagnenberichte nach Klicktyp zu segmentieren und zusätzlich Impressionen und Conversions der ganzen Kampagne zu betrachten. Das ist ein Anfang. Entscheidend ist aber, ob der Rabatt mehr Deckungsbeitrag bringt, als er kostet.

Ein Rechenbeispiel: Dein durchschnittlicher Warenkorb liegt bei 120 €, die Rohmarge bei 40 %. Ohne Rabatt bleiben 48 € Deckungsbeitrag vor Werbekosten. Mit 15 % Rabatt sinkt der Preis um 18 €, es bleiben 30 €. Damit der Gesamtdeckungsbeitrag gleich bleibt, brauchst du 48 ÷ 30 = 1,6, also 60 % mehr Conversions bei gleichem Budget. Allgemein gilt: nötiges Conversion-Plus = Marge ÷ (Marge − Rabatt) − 1, beides in Euro pro Bestellung.

Die meisten Rabatte schaffen dieses Plus nicht. Lege deshalb vor dem 12. Oktober eine Basislinie fest: Conversions, Conversion-Wert, durchschnittlicher Bestellwert und Rabattquote pro Kampagne der letzten 28 Tage. Vergleiche danach die Wochen mit und ohne automatische Angebote. Sauberer wird es, wenn du deinen Conversion-Wert mit der Marge statt mit dem Umsatz an Google übergibst. Dann optimiert die Gebotsstrategie auf das, was übrig bleibt. Wie du das Setup dafür aufbaust, zeigen wir auf der Seite zu Tracking und Analytics. Wie Rabatt-Assets in eine Kampagnenstruktur mit klaren Margenzielen passen, findest du unter Performance Marketing.

Häufige Fragen

Kann ich automatische Angebote nur für einzelne Kampagnen abschalten?

Einen Schalter pro Kampagne beschreibt Google nicht, die Einstellung gilt für das Konto. Laut Hilfeseite werden Kampagnen mit laufenden manuellen Angeboten aber übersprungen. Damit kannst du einzelne Kampagnen indirekt ausnehmen.

Woher weiß ich, ob Google schon Angebote ausspielt?

Filtere im Bereich „Assets“ nach dem Asset-Typ für Angebote und achte in der Spalte „Hinzugefügt von“ auf „Google AI“. Fährst du mit der Maus darüber, zeigt Google Details zur Quelle. Assets ohne Impressionen erscheinen dort allerdings nicht.

Betrifft das auch Kampagnen ohne Standort-Assets?

Nach aktuellem Stand nein. Google nennt in der Hilfeseite und in der E-Mail ausdrücklich Such- und Performance-Max-Kampagnen mit verknüpften Standort-Assets. Google schreibt allerdings „derzeit“, eine Ausweitung ist also nicht ausgeschlossen.

Quellen

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